Versöhnungsweg
Sakrament der Versöhnung in der 4. Primarklasse
Der Versöhnungsweg
Das Gewissen ist unsere innere Stimme, die sagt, was gut und schlecht ist. Davon ausgehend betrachten die Kinder in der 4. Primarklasse die verschiedenen Bereiche des Lebens (Familie, Schule, Freizeit, Ich, Gott und Kirche). Ziel dabei ist es, das Gewissen weiter zu schulen. Vom Alltag ausgehend sollen die Kinder erfahren, wo wir Menschen immer wieder versagen, schuldig werden, aber auch, was wir gut machen oder wo wir uns zum Guten verändern können.
Es kommen auch Aspekte wie Angst, Versagen, Traurigkeit und Leiden zur Sprache. Ein weiteres Ziel dabei ist, den Kindern den Gott der Versöhnung nahezubringen, der uns immer wieder einen Neuanfang im Leben ermöglicht. Gewissensbildung und das Sprechen über Ängste, Nöte und Leiden sind Bereiche, die natürlich zu Hause nebst anderem immer wieder zur Sprache kommen.
Für einmal soll dieses Thema ein Schwerpunkt sein, der das Kind mit seinen Schattenseiten in den Mittelpunkt rückt und ab und zu zum Thema der ganzen Familie wird.
Das persönliche Gespräch
In der katholischen Kirche hat sich die Auffassung von diesem Sakrament im Verlaufe der Zeit immer wieder grundlegend geändert. So wird heute vor allem der Aspekt der guten Beziehung zwischen den Gesprächspartnern betont. Das Gespräch soll helfen, das eigene Leben in einem geschützten Raum vor Gott zur Sprache zu bringen. Dazu gehören sowohl die Sonnen- wie auch die Schattenseiten. Dieser Anspruch setzt gerade bei Kindern voraus, dass eine Atmosphäre von Vertrauen, Geborgenheit und Vertrautheit vorhanden ist.
Bisher wurden die Kinder nach der Vorbereitung auf das „Sakrament der Versöhnung“ zu einem Beichtgespräch mit dem Priester eingeladen. Diese Situation war für Kind und Priester oft unbefriedigend. Wie gut sich die Beiden kannten, war sehr unterschiedlich und dementsprechend kam auch ein gutes oder weniger gutes Gespräch zustande.
Gesprächspartner/in selber wählen
In mehreren Pfarreien werden die Kinder nach einem neuen Modell auf das „Sakrament der Versöhnung“ vorbereitet. Die wesentliche Änderung besteht darin, dass Sie als Eltern Ihre Tochter/Ihren Sohn auf dem Versöhnungsweg begleiten und dass Ihr Sohn/Ihre Tochter für das persönliche Gespräch eine Person aus den von uns zur Verfügung gestellten Personen auswählen kann. In unseren Gemeinden sind dies:
Frau Karin Marti, Religionspädagogin
Herr Georg Pfister, Priester
Herr Emilio Näf, Priester
Dieses Gespräch wird ohne Begleitperson geführt.
Die Versöhnungsfeier
Am Freitag, 23. März und Samstag 24. März 2012 gehen die 4.Klass-SchülerInnen von Weggis und Vitznau mit ihren Eltern auf den Versöhnungsweg in Vitznau.
Im Gottesdienst am Sonntag, 25. März 2012 um 09.30h in der Pfarrkirche Vitznau feiern wir dann das Sakrament der Versöhnung.
Als Religionspädagogin sind mir folgende Punkte wichtig:
- Sich von Ängsten, Traurigkeit und Streit befreien, um eine gute Streitkultur zur Lebensbewältigung entwickeln zu können.
- Angenommen und geliebt werden bei den Begleitpersonen, bei Gott, trotz aller Ecken und Kanten, welche wir das ganze Leben mit uns tragen.
- Weil wir angenommen sind, können wir auch unsere schönen, Inneren Werte zur Geltung bringen und Anderen gegenüber barmherzig handeln.
Karin Marti, Religionspädagogin
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